Shopware 6 international: Was vor der zweiten Sprache zu klären ist

von Marcel Krippendorf
09. September 2025
Shopware 6 international: Was vor der zweiten Sprache zu klären ist

Ein weiterer Markt bringt Umsatz, ohne dass Sie ein einziges Produkt ändern müssen. Der Aufwand steckt selten in der Übersetzung selbst, sondern in allem, was daran hängt: Metadaten, Checkout, Plugins, importierte Produktdaten. Über genau diese Punkte habe ich mit Joris Klostermann von reqser.com gesprochen.

Die Aufzeichnung des Gesprächs

Warum Mehrsprachigkeit mehr ist als „nur übersetzen"

Die Artikeltexte sind nur der Anfang. Dazu kommen Meta-Tags, technische Grenzen wie Längenbeschränkungen in APIs, Checkout-Abläufe, Plugins und angebundene Drittanbieter. Und sobald täglich neue Produkte ins System laufen, etwa aus einem PIM, wird die manuelle Übersetzung zum Flaschenhals.

In der Praxis scheitern Internationalisierungen deshalb selten an der Sprache. Sie scheitern an der Pflege. Wer den Schritt plant, klärt Automatisierung, Kontext, Systemkompatibilität und laufende Aktualisierung besser vorher als hinterher.

Warum viele Übersetzungs-Plugins an ihre Grenzen stoßen

Die meisten Shops starten mit einem Plugin und einem eigenen Deepl-Account. Diese Plugins übersetzen oft nur manuell und decken nur einen Teil der Inhalte ab. Joris hat im Gespräch gezeigt, wo die Grenze liegt, nämlich dann, wenn…

  • Metadaten wie Descriptions auf Zeichenzahl begrenzt sind,
  • technische Inhalte wie HTML oder Skripte übersetzt werden,
  • oder wenn Änderungen automatisiert synchronisiert werden sollen (z. B. via PIM).

reqser.com geht den Weg über eine Prüfung aller Felder: Die Lösung validiert kontextbasiert, verliert auch bei Fremdplugins keine Inhalte und liefert einen Text, der zum Format und zur Plattform passt, nicht nur zur Sprache.

Was bei der Internationalisierung Ihres Shops zählt

Vier Punkte aus dem Gespräch, die in der Umsetzung immer wieder den Unterschied machen:

Englisch ist Pflicht.

Auch wenn Sie primär im deutschsprachigen Raum verkaufen: Die meisten KI-Modelle und Agenten crawlen bevorzugt englischsprachige Inhalte. Ohne englische Sprachversion riskieren Sie, von automatisierten Einkaufssystemen gar nicht erst gefunden zu werden.

Organischer SEO-Traffic entsteht durch Lokalisierung.

Ist Ihr Shop sauber übersetzt, indexiert Google die Inhalte nach und nach von selbst. Das funktioniert allerdings nur, wenn Sie neben der Sprache auch länderspezifische Besonderheiten berücksichtigen.

Sprachweiterleitungen entscheiden über die Absprungrate.

Shopware bringt keinen nativen Sprach-Redirect mit. Wer englischsprachige Besucher auf der deutschen Startseite landen lässt, verliert sie dort. Diese Weiterleitung fehlt in den meisten Shops, die ich mir ansehe, und sie kostet bares Geld.

Verkaufskanäle statt weiterer Sprachversionen.

Sobald Sie in verschiedenen Ländern unterschiedliche Produkte, Kategorien oder Inhalte anbieten wollen, etwa wegen Zoll- oder Lagerrestriktionen, führt kein Weg an separaten Verkaufskanälen in Shopware vorbei. Welcher Weg der richtige ist, hängt von Ihrem Geschäftsmodell ab: Eine reine Sprachversion genügt, solange Sortiment und Inhalte identisch bleiben.

Ab wann lohnt sich eine weitere Sprache?

Sobald Ihre Übersetzungsprozesse automatisiert laufen, kostet jede weitere Sprache kaum noch Aufwand. Joris beschreibt es so: eine neue Sprache aktivieren, wenige Stunden später ist die Sprachversion live.

Damit erschließen Sie neue Märkte und zusätzlichen organischen Traffic. Für viele Shops ist das die Maßnahme mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Ergebnis.

Und wie klappt der Kundensupport ohne Native Speaker?

Für den Einstieg brauchen Sie kein muttersprachliches Team. Bei E-Mails reicht ein Tool wie Deepl in vielen Fällen aus. Wichtig ist die Erwartung, die Sie setzen: Kommunizieren Sie transparent und wecken Sie keine falschen Hoffnungen durch Länderdomains wie .it oder .fr, wenn Sie keinen lokalen Support leisten können.

Fazit: Übersetzen Sie sauber, nicht nur viel

Internationalisierung funktioniert in Shopware 6, mit dem richtigen Setup auch effizient. Wenn Sie…

  • Ihren Shop auf Englisch und weitere Sprachen bringen,
  • den Kontext bei Übersetzungen berücksichtigen,
  • automatische Synchronisierungen nutzen,
  • Redirects sauber einstellen,
  • und Ihre Sichtbarkeit international mitdenken,

…dann fassen Sie in neuen Märkten Fuß und behalten dabei die Kontrolle über Ihre Inhalte, statt sie dauerhaft aus der Hand zu geben. Bei komplexeren Konstellationen mit mehreren Verkaufskanälen, Zollgrenzen oder eigenen Sortimenten je Land unterstütze ich Sie gern.

Marcel Krippendorf
Marcel Krippendorf
Seit 9 Jahren arbeite ich ausschließlich mit Shopware, seit Version 5.3. Als offizieller Shopware- und Pickware-Partner setze ich dabei auf eine klare Reihenfolge: native Funktionen vor Plugins, Plugins vor Individualentwicklung. So bleibt Ihr Shop wartungsarm, update-stabil und Sie bleiben nach Projektabschluss unabhängig, ganz ohne dauerhafte Abhängigkeit von mir.

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