Im Checkout entscheidet sich, ob aus einem Warenkorb eine Bestellung wird. Jede Zahlungsart, die Ihr Kunde nicht kennt oder in seinem Land gar nicht nutzen kann, kostet an dieser Stelle Aufmerksamkeit. Warum sollte ein Kunde aus Deutschland die Zahlungsart „EPS“ angeboten bekommen, wenn diese praktisch nur in Österreich läuft?
Shopware 6 bringt für dieses Problem alles mit. Über den Rule Builder legen Sie fest, welche Zahlungsart wem erscheint: nach Lieferland, nach Rechnungsadresse oder nach Kundengruppe. Nativ, update-sicher und ohne zusätzliches Plugin. Welche Variante die richtige ist, hängt von Ihrem Geschäftsmodell ab.
Warum das wichtig ist
Viele Zahlungsanbieter wie PayPal bringen eine ganze Reihe unterschiedlicher Zahlungsarten mit. Dazu gehören unter anderem Google Pay, Kreditkarte, Apple Pay, EPS, iDEAL oder Bancontact. Einige davon sind in allen Ländern relevant, andere nur in bestimmten Regionen verfügbar.
Ein paar Beispiele aus der Praxis:
- Wenn Sie EPS anbieten, aktivieren Sie die Zahlungsart nur für Kunden aus Österreich, denn dort wird sie fast ausschließlich genutzt.
- Die Zahlungsmethode iDEAL wird in den Niederlanden bevorzugt.
- Bancontact ist in Belgien verbreitet und in anderen Ländern kaum bekannt.
- Multibanco ist wiederum eine gängige Option für Kunden aus Portugal.
- …
Zeigen Sie jedem Kunden jede Zahlungsart, wird der Checkout unübersichtlich. Kunden erkennen die ihnen unbekannten Zahlarten nicht und springen ab. Für Shops, die in mehrere Länder verkaufen, lohnt sich die gezielte Steuerung deshalb sofort.
So steuern Sie Zahlungsarten nach Lieferland
Am häufigsten schränken Händler eine Zahlungsart auf bestimmte Länder ein. Typisches Beispiel ist „eps“, verfügbar nur für österreichische Kunden.
Dazu öffnen Sie in Shopware 6 unter Einstellungen -> Zahlungsarten die entsprechende Zahlungsart, in unserem Fall „eps“. Im unteren Bereich finden Sie den Punkt Verfügbarkeitsregel. Dort wählen Sie entweder eine bereits bestehende Regel aus oder legen eine neue Regel direkt an.
Bei einer neuen Regel vergeben Sie zunächst einen Namen und eine Priorität, zum Beispiel den Wert 1. Danach definieren Sie die Bedingungen: Das Lieferland muss Österreich sein. Zusätzlich ergänzen Sie, dass auch die Rechnungsadresse in Österreich liegen soll.
In der Praxis arbeite ich gern mit beiden Angaben, also Lieferadresse und Rechnungsadresse. Das erhöht die Sicherheit, dass der Kunde tatsächlich einen Bezug zum jeweiligen Land hat und die Zahlungsart auch wirklich nutzen kann.
Sobald Sie die Regel speichern und der Zahlungsart zuweisen, greift sie.
So sieht das in der Praxis aus
Ein Kunde aus Deutschland sieht die Zahlungsart „eps“ nicht mehr. Ändert er seine Adresse auf ein Ziel in Österreich, taucht sie im Checkout automatisch wieder auf. Die Regel greift sofort, ohne Zwischenschritt.
Weitere Einsatzmöglichkeiten für die Steuerung der Zahlungsarten
Das Land ist nur eine von mehreren Möglichkeiten. Ein Beispiel aus dem Alltag: Ihren Geschäftskunden bieten Sie die klassische Rechnung an, Privatkunden zahlen über PayPal Rechnung. Dafür beschränken Sie die Verfügbarkeitsregel auf die jeweilige Kundengruppe.
Noch ein Anwendungsfall: Die ersten zwei Bestellungen eines neuen Kunden laufen über PayPal-Rechnung. Ab der dritten erfolgreichen Bestellung schalten Sie Ihre eigene Rechnung frei. Ab diesem Zeitpunkt sparen Sie sich die PayPal-Gebühren. Auch dieses Szenario richten Sie mit den passenden Regeln ein.
Fazit
Der Rule Builder in Shopware 6 steuert Ihre Zahlungsarten so genau, wie Ihr Geschäft es braucht. Nach Lieferland, nach Rechnungsadresse, nach Kundengruppe oder nach Bestellhistorie. Ihre Kunden sehen im Checkout nur, was sie auch nutzen können. Das senkt Rückfragen und Kaufabbrüche.
Weil die Lösung nativ arbeitet, bleibt sie bei Updates stabil und Ihr Team kann sie jederzeit selbst anpassen. Sie bleiben unabhängig von Dienstleistern und behalten die Kontrolle über Ihren Checkout.
Bei verschachtelten Regelwerken mit vielen Ländern, Kundengruppen und Zahlungsanbietern schaue ich mir Ihr Setup gern an.












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