Der Warenkorbwert ist einer der wenigen Hebel, die Sie ohne zusätzliches Werbebudget bewegen können. Wer mehr Umsatz braucht, denkt zuerst an mehr Besucher. Der schnellere Weg führt meist über die Bestellungen, die ohnehin schon zustande kommen. Genau dort setzt Cross-Selling an: Sie zeigen Ihren Kunden auf der Produktseite passende Ergänzungen. Shopware 6 bringt die Funktion mit, ein Plugin brauchen Sie dafür nicht.
Was bedeutet Cross-Selling eigentlich?
Cross-Selling heißt: Sie bieten dem Kunden während des Einkaufs passende Zusatzprodukte an. Wer einen Laptop kauft, sieht dazu die passende Tasche oder eine Maus. Das erhöht Ihren Umsatz und hilft gleichzeitig dem Kunden, weil er auf Ergänzungen stößt, an die er selbst nicht gedacht hätte.
In Shopware 6 legen Sie Cross-Selling direkt am Produkt an, ohne Erweiterung. Das ist mehr wert als die gesparte Plugin-Lizenz: Native Funktionen bleiben update-sicher und wartbar, während jede zusätzliche Erweiterung bei künftigen Versionssprüngen geprüft und angepasst werden muss.
So richten Sie Cross-Selling in Shopware 6 ein
Öffnen Sie im Admin-Bereich Kataloge > Produkte und wählen Sie das Produkt aus, für das Sie Cross-Selling anbieten möchten. In der Produktbearbeitung finden Sie im unteren Bereich den Reiter Cross-Selling.
Dort legen Sie eine neue Cross-Selling-Gruppe an. Vergeben Sie zuerst einen Namen, zum Beispiel „Passende Ergänzungen“ oder „Das könnte Ihnen auch gefallen“. Der Name erscheint später im Shop, formulieren Sie ihn also aus Kundensicht.
Anschließend entscheiden Sie, wie die Produkte in diese Gruppe kommen. Sie wählen entweder gezielt einzelne Artikel aus oder erstellen eine dynamische Produktgruppe auf Basis von Regeln. Welche Variante die richtige ist, hängt von Ihrem Sortiment ab. Wählen Sie manuell aus, behalten Sie die volle Kontrolle darüber, welche Artikel zusammen erscheinen. Das lohnt sich, wenn Sie wissen, welche Produkte häufig gemeinsam gekauft werden. Regelbasierte Gruppen nehmen Ihnen dagegen die Pflege ab, sobald das Sortiment groß wird oder häufig wechselt.
Klicken Sie auf „Produkte hinzufügen“, suchen Sie die passenden Artikel und fügen Sie sie der Gruppe hinzu. Die ausgewählten Produkte erscheinen danach auf der Produktdetailseite als Empfehlung.
Welche Produkte eignen sich fürs Cross-Selling?
Einige typische Muster, die Sie auf Ihre Branche übertragen können:
Der Klassiker ist Zubehör. Zum Gerät das passende Kabel oder die Tasche. Pflegeprodukte und Ersatzteile funktionieren nach demselben Prinzip.
Genauso gut greifen ergänzende Produkte aus derselben Welt. Zum Möbelstück die passende Dekoration. Kunden nehmen das meist als hilfreichen Hinweis wahr und nicht als Verkaufsversuch.
Bleiben die Kombinationen, die sich in Ihren Bestelldaten bereits zeigen. Kaufen Kunden bestimmte Artikel regelmäßig zusammen, bilden Sie diese Kombination manuell nach. In der Praxis liefert genau das die stabilsten Ergebnisse, weil Sie nicht raten, sondern vorhandenes Kaufverhalten aufgreifen.
Entscheidend ist, dass die Empfehlung für den Kunden nachvollziehbar bleibt. Ein Vorschlag, der offensichtlich nur den Bon erhöhen soll, fällt auf und kostet Vertrauen. Ein Vorschlag, der eine echte Lücke schließt, erhöht den Warenkorbwert und die Zufriedenheit zugleich.
Wo erscheinen die Cross-Selling-Produkte im Shop?
Die vorgeschlagenen Produkte stehen direkt auf der Produktdetailseite, in der Regel unterhalb der Beschreibung oder in einem eigenen Abschnitt. Die genaue Position hängt von Ihrem Theme und von eigenen Anpassungen ab. Der Zusammenhang zum Hauptprodukt bleibt dabei immer erhalten. Prüfen Sie die Darstellung nach dem Anlegen einmal im Frontend, auch am Smartphone. Bei stark angepassten Themes rutscht der Cross-Selling-Container gelegentlich so weit nach unten, dass ihn kaum jemand zu sehen bekommt.
Fazit: Mit wenig Aufwand mehr verkaufen
Cross-Selling gehört zu den wenigen Maßnahmen, die schnell wirken und trotzdem dauerhaft tragen. Sie legen die Empfehlungen direkt am Produkt an, brauchen keine Erweiterung und bleiben damit unabhängig von Dienstleistern und Update-Zyklen. Fangen Sie bei Ihren zehn umsatzstärksten Produkten an. Dort holen Sie den größten Teil des Effekts mit dem geringsten Aufwand. Wird Ihr Sortiment komplexer und wollen Sie Cross-Selling über Regeln automatisieren, unterstütze ich Sie gern dabei.












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