Shopware 5 kannte beim Cross-Selling nur zwei feste Kategorien: „Zubehörartikel" und „Ähnliche Artikel". Bei der Migration nach Shopware 6 werden diese Zuweisungen übernommen, allerdings mit den alten, oft englischen Bezeichnungen wie „Accessory Items" oder „Similar Items". Für einen deutschsprachigen Shop wirkt das unpassend und schöpft die Möglichkeiten von Shopware 6 nicht aus.
Gerade nach einer Migration fällt das schnell auf: Kunden sehen fremdsprachige Beschriftungen an Stellen, die eigentlich zum Kauf motivieren sollen. Die gute Nachricht: Diese Titel lassen sich direkt im System anpassen, ohne zusätzliches Plugin.
Der Weg führt über den Import-/Export-Bereich von Shopware 6, eine native Lösung, die auch nach künftigen Updates zuverlässig funktioniert. Der Vorgang dauert wenige Minuten und eignet sich sowohl für die Aufräumarbeiten nach einer Migration als auch für spätere Anpassungen.
Warum ist das überhaupt ein Thema?
Shopware 5 arbeitete mit festen Kategorien wie „Zubehörartikel" oder „Ähnliche Artikel". Bei der Migration nach Shopware 6 werden diese Zuweisungen automatisch übernommen, die Bezeichnungen aber unverändert mitgeschleppt. Shopware 6 geht deutlich flexibler mit Cross-Selling um, die alte, starre Einteilung lässt sich darauf nicht mehr eins zu eins abbilden.
In der Praxis zeigt sich das häufig so: Auf der Produktseite erscheint die Cross-Selling-Überschrift „Accessory Items". Technisch funktioniert das einwandfrei, wirkt in einem deutschsprachigen Shop aber wie ein Relikt aus der Migration, und genau das fällt Kunden auf.
Schritt für Schritt: So passen Sie die Cross-Selling-Titel an
Für die Anpassung der Cross-Selling-Titel benötigen Sie weder Entwickler noch eine zusätzliche Erweiterung. Shopware bringt alle nötigen Funktionen bereits mit. Die folgenden vier Schritte zeigen, wie Sie alte Titel gezielt durch neue ersetzen.
1. Export der aktuellen Cross-Selling-Titel
Öffnen Sie im Shopware-Adminbereich die Einstellungen und wechseln Sie in den Bereich Import/Export. Oben finden Sie ein Auswahlfeld für die sogenannten Profile. Geben Sie dort den Begriff „Cross" ein, Shopware zeigt Ihnen direkt das passende Profil für Cross-Selling-Zuweisungen an.
Starten Sie den Export und laden Sie die CSV-Datei herunter, die Sie im nächsten Schritt bearbeiten.
2. Öffnen und Bearbeiten der CSV-Datei
Öffnen Sie die Datei am besten mit LibreOffice oder OpenOffice. Diese Programme geben Ihnen beim Öffnen mehr Kontrolle darüber, wie die Datei eingelesen wird, was besonders bei Sonderzeichen wie Ä, Ö oder Ü hilfreich ist. Andernfalls kommt es dort schnell zu fehlerhaften Zeichen.
In der geöffneten Datei finden Sie eine Spalte mit den bestehenden Cross-Selling-Titeln, zum Beispiel „Accessory Items".
Nutzen Sie die Suchen-und-Ersetzen-Funktion, um die unerwünschten Titel durch passende Begriffe zu ersetzen. Aus „Accessory Items" wird dann zum Beispiel „Zubehörartikel" oder eine andere Bezeichnung, die zu Ihrem Shop passt.
Speichern Sie die Datei anschließend wieder als CSV-Datei. Achten Sie dabei darauf, dass Sie Semikolon (;) als Trennzeichen verwenden. Nur so erkennt Shopware die Datei korrekt.
3. Import der bearbeiteten Datei
Gehen Sie wieder zurück zu Einstellungen > Import/Export und wechseln Sie nun in den Reiter Import.
Wählen Sie erneut das Cross-Selling-Profil aus, laden Sie Ihre überarbeitete Datei hoch und starten Sie den Import. Wer auf Nummer sicher gehen will, führt vorher einen Testlauf durch: So sehen Sie vorab, ob der Import fehlerfrei läuft, bevor die Titel tatsächlich überschrieben werden. Bei einer überschaubaren CSV-Datei wie dieser können Sie genauso gut direkt importieren.
4. Cache leeren
Die Änderungen sind sofort im Backend sichtbar. Zeigt das Frontend noch die alten Titel, liegt das am Cache.
Öffnen Sie Einstellungen > System > Caches & Indizes und klicken Sie auf Cache leeren. Laden Sie anschließend die Produktseite im Frontend neu, dort erscheint jetzt der neue Cross-Selling-Titel korrekt.
Fazit
Vier Schritte, wenige Minuten, kein Plugin: So bekommen Cross-Selling-Titel nach der Migration wieder eine Bezeichnung, die zu Ihrem Shop passt. Das Vorgehen funktioniert genauso, wenn Sie später einfach andere Begriffe verwenden möchten, unabhängig von einer Migration.
Ein häufiges Muster bei Shops mit Migrationshistorie: Solche kleinen Altlasten bleiben lange unbemerkt, weil sie technisch nicht auffallen. Für Kunden sind sie es trotzdem, gerade an Stellen, die zum Kauf anregen sollen. Wenn Sie bei Ihrer Migration auf weitere solcher Stellen stoßen oder unsicher sind, wo noch alte Bezeichnungen stecken, unterstütze ich Sie gern dabei.










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