Falsche oder fehlende Lieferzeitangaben kosten Vertrauen und damit Umsatz. Wenn ein Kunde nicht auf den ersten Blick erkennt, ob ein Produkt verfügbar ist und wann es bei ihm eintrifft, steigt die Absprungrate. Shopware 6 bietet dafür drei klar definierte Szenarien, die sich über Lagerbestand, Lieferzeit und Wiederauffüllzeit steuern lassen. Dieser Artikel zeigt, wie sich die drei Szenarien unterscheiden, wie sie konfiguriert werden und was Ihre Kunden im Shop jeweils sehen.
Der Standardfall: Produkt ist auf Lager
Wenn ein Produkt Lagerbestand hat, ist die Konfiguration am einfachsten. Im Produktbereich unter Lieferbarkeit finden Sie den aktuellen Lagerbestand, die Lieferzeit und die Wiederauffüllzeit in Tagen.
Ein Produkt mit Lagerbestand, zum Beispiel 15 Stück, ist sofort verfügbar. Die Lieferzeit, zum Beispiel 1 bis 3 Tage oder 1 bis 2 Wochen, zeigt Shopware direkt im Shop an. Ihre Kunden können das Produkt sofort bestellen, weil es im Lager liegt und direkt verschickt werden kann. Die eingetragene Lieferzeit erscheint 1:1 in der Storefront.
Damit ist das Verhalten für alle Produkte abgedeckt, die vorrätig sind und regulär ausgeliefert werden.
Wenn das Produkt ausverkauft ist, aber weiter bestellt werden soll
Interessanter wird es, wenn ein Produkt keinen Lagerbestand mehr hat, aber trotzdem verkauft werden soll. Shopware erlaubt hier, dass Kunden ins Minus kaufen, solange die Option Abverkauf nicht aktiviert ist.
Sobald der Lagerbestand auf 0 steht und der Verkauf weiterhin erlaubt ist, zeigt Shopware einen Hinweis an. Dort steht beispielsweise, dass das Produkt in 5 Tagen versandfertig ist. Dieser Wert entspricht der Wiederauffüllzeit. Sie geben damit an, wie lange es dauert, bis Ihr Lieferant nachliefert oder Sie das Produkt wieder produziert haben.
Zusätzlich zeigt Shopware die normale Lieferzeit an, zum Beispiel 1 bis 3 Tage. Die gesamte Anzeige ergibt für Ihre Kunden ein klares Bild: Es dauert 5 Tage, bis das Produkt versandfertig ist, und danach kommt die reguläre Lieferzeit hinzu.
In der Praxis hat sich gezeigt, dass diese Transparenz besser funktioniert als ein pauschales „Bald wieder verfügbar". Kunden, die eine konkrete Zeitangabe sehen, bestellen eher, als wenn sie im Unklaren gelassen werden.
Damit lassen sich Produkte verkaufen, die gerade nicht vorrätig sind, aber in absehbarer Zeit eintreffen.
Der Abverkauf: Nur vorhandene Bestände verkaufen
Der dritte Fall ist der Abverkauf. Hier sollen nur noch die vorhandenen Restbestände verkauft werden, danach verschwindet das Produkt aus dem Sortiment. Dafür aktivieren Sie im Produkt die Checkbox Abverkauf.
Solange noch Lagerbestand vorhanden ist, bleibt das Produkt verfügbar und kann mit der normalen Lieferzeit bestellt werden. Shopware verhindert jedoch, dass Ihre Kunden mehr bestellen als tatsächlich auf Lager ist. Wenn Sie zum Beispiel noch 2 Stück im Lager haben und eine Maximalabnahme von 10 festgelegt ist, lassen sich trotzdem nur 2 in den Warenkorb legen. Ein Verkauf unter 0 ist bei aktiviertem Abverkauf nicht möglich.
Sobald der Lagerbestand auf 0 fällt, zeigt Shopware „nicht mehr verfügbar" an. Das Produkt kann nicht mehr bestellt werden.
In den Einstellungen unter Handel > Produkte lässt sich zusätzlich festlegen, dass Produkte nach Abverkaufsende automatisch ausgeblendet werden. Damit verschwinden sie komplett aus dem Shop, sobald der Bestand aufgebraucht ist. Alternativ bleiben sie sichtbar, wenn Sie möchten, dass Kunden sehen, dass es das Produkt einmal gab. Welche Variante die richtige ist, hängt von Ihrer Sortimentsstrategie ab: Auslaufmodelle vollständig entfernen schafft Klarheit, sichtbar lassen kann Nachfragen und damit Wiederbeschaffungsimpulse erzeugen.
Fazit
Shopware 6 deckt die drei typischen Lieferbarkeits-Szenarien nativ ab. Produkte auf Lager zeigen die reguläre Lieferzeit. Produkte ohne Lagerbestand, die weiterhin verkauft werden sollen, zeigen die Wiederauffüllzeit plus Lieferzeit. Im Abverkauf verkauft sich ein Produkt nur bis zum Restbestand und wird danach je nach Einstellung ausgeblendet oder bleibt sichtbar, aber nicht kaufbar.
Korrekt konfigurierte Lieferzeitangaben schaffen Transparenz und reduzieren Rückfragen im Kundenservice. Beides wirkt sich direkt auf die Conversion und die Kundenzufriedenheit aus. Bei komplexen Szenarien, etwa bei Produkten mit variablen Lieferantenzeiten oder internationalen Versandwegen, unterstütze ich Sie gern.












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