Mehrsprachigkeit ist weit mehr als eine einfache Übersetzung von Texten. In der heutigen Shopware-Sprechstunde ging es mit Joris Klostermann von reqser.com um genau diese Komplexität und vor allem um die Lösungen, die sich daraus ergeben. Wenn du mit dem Gedanken spielst, deinen Shop international auszurichten oder bestehende Sprachversionen verbessern willst, findest du in diesem Beitrag wertvolle Impulse.
🎥 Hier geht’s zur Aufzeichnung der Sprechstunde
Warum Mehrsprachigkeit mehr ist als "nur übersetzen"
Was vielen Shopbetreiberinnen und Shopbetreibern zunächst nicht bewusst ist: Mehrsprachigkeit betrifft nicht nur Artikeltexte. Auch Meta-Tags, technische Grenzen (z. B. API-Längenbeschränkungen), Checkout-Abläufe, Plugins und Drittanbieter müssen berücksichtigt werden. Und spätestens wenn täglich neue Produkte ins System importiert werden (z.B. durch ein PIM), wird die manuelle Übersetzung schnell zum Flaschenhals.
In der Praxis bedeutet das: Wer sich mit Internationalisierung befasst, sollte sich von Anfang an Gedanken über Automatisierung, Kontext, Systemkompatibilität und laufende Pflege machen.
Warum viele Übersetzungs-Plugins an ihre Grenzen stoßen
Viele setzen zunächst auf Plugins mit integriertem Deepl-Account. Diese bieten oft nur manuelle Übersetzungsprozesse oder decken nur einen Teil der Inhalte ab. Joris hat in der Sprechstunde deutlich gemacht, dass diese Lösungen schnell an Grenzen stoßen – vor allem, wenn…
- Metadaten wie Descriptions auf Zeichenzahl begrenzt sind,
- technische Inhalte wie HTML oder Skripte übersetzt werden,
- oder wenn Änderungen automatisiert synchronisiert werden sollen (z. B. via PIM).
Der Clou bei reqser.com: Die Lösung prüft automatisch alle Felder, validiert kontextbasiert und sorgt dafür, dass keine Inhalte verloren gehen, auch bei Fremdplugins. Und: Es wird nicht einfach „irgendein“ Text übersetzt, sondern einer, der zur Plattform und zum Format passt.
Was du bei der Internationalisierung deines Shops beachten solltest
Einige der wichtigsten Learnings aus der Sprechstunde waren:
Englisch ist Pflicht.
Auch wenn du primär im deutschsprachigen Raum verkaufst: Die meisten KI-Modelle und Agenten crawlen bevorzugt englischsprachige Inhalte. Ohne englische Sprachversion riskierst du, von automatisierten Einkaufssystemen gar nicht gefunden zu werden.
Organischer SEO-Traffic kommt über Lokalisierung.
Wenn dein Shop sauber übersetzt ist, wird Google deine Inhalte nach und nach indexieren, ohne zusätzliches Zutun. Das funktioniert aber nur, wenn du nicht nur die Sprache, sondern auch länderspezifische Aspekte berücksichtigst.
Sprachweiterleitungen sind entscheidend.
Shopware bringt keinen nativen Sprach-Redirect mit. Wenn du also englischsprachige Nutzer direkt auf Deutsch landen lässt, riskierst du eine hohe Absprungrate. Eine automatische Weiterleitung auf die passende Sprachversion ist daher ein Muss und wird leider häufig vergessen.
Verkaufskanäle statt nur Sprachversionen.
Wenn du in unterschiedlichen Ländern unterschiedliche Produkte, Kategorien oder Inhalte anbieten willst (z. B. wegen Zoll- oder Lagerrestriktionen), kommst du nicht um separate Verkaufskanäle in Shopware herum.
Ab wann lohnt sich eine weitere Sprache?
Sobald deine Übersetzungsprozesse automatisiert sind, ist der Mehraufwand für zusätzliche Sprachen minimal. Joris brachte es auf den Punkt: „Klickst du bei uns auf 'neue Sprache', geht ein paar Stunden später die neue Sprachversion live.“
Und damit erschließt du dir nicht nur neue Märkte, sondern auch zusätzlichen SEO-Traffic - oft ohne extra Werbebudget. In der Praxis sehen das viele Shops als den günstigsten Weg, ihren Umsatz organisch zu steigern.
Und wie klappt der Kundensupport ohne Native Speaker?
Auch das wurde in der Sprechstunde besprochen. Der Einstieg geht auch ohne muttersprachliches Team. Tools wie Deepl reichen in vielen Fällen für E-Mails aus. Wichtig ist nur: Kommuniziere transparent und vermeide, durch Domains wie .it oder .fr falsche Erwartungen zu wecken, wenn du keinen lokalen Support bieten kannst.
Fazit: Übersetze smart - nicht nur viel
In Shopware 6 ist Internationalisierung möglich – und mit dem richtigen Setup auch effizient. Wenn du…
- deinen Shop auf Englisch und weitere Sprachen bringst,
- Kontext bei Übersetzungen berücksichtigst,
- automatische Synchronisierungen nutzt,
- Redirects sauber einstellst,
- und deine Sichtbarkeit international mitdenkst,
…dann hast du die besten Chancen, in neuen Märkten Fuß zu fassen, ohne gleich ein ganzes Team an Übersetzern und Entwicklern einzustellen.



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