Wenn Produkte in Kategorieseiten unsortiert oder nach wenig aussagekräftigen Standardkriterien erscheinen, wirkt sich das direkt auf die Kaufentscheidung aus. In der Praxis zeigt sich bei vielen Shops: Nicht verfügbare Artikel stehen oben, Topseller verschwinden auf Seite zwei. Shopware 6 bietet eine native Möglichkeit, eigene Sortierungen anzulegen und als Standard zu hinterlegen. Dieser Artikel zeigt Schritt für Schritt, wie Sie eine individuelle Sortierung erstellen, die Ihre meistverkauften und verfügbaren Produkte automatisch nach vorn bringt.
Warum eine eigene Sortierung sinnvoll ist
Shopware liefert Sortierungen wie Name A bis Z, Preis aufsteigend oder Topseller mit. Für viele Geschäftsmodelle reicht das nicht aus, insbesondere wenn gut laufende Artikel gezielt sichtbar platziert und nicht verfügbare Produkte nach unten verschoben werden sollen. Eine eigene Sortierung gibt Ihnen die Kontrolle darüber, welche Produkte Ihre Kunden zuerst sehen, und zwar ohne Plugin und ohne manuelles Eingreifen pro Kategorie.
Sortierungsbereich im Admin finden
Die Sortierungen finden Sie im Shopware Admin unter Einstellungen -> Handel -> Produkte (in Shopware 6.6 nur Einstellungen -> Produkte). Am Ende der Seite befinden sich die Sortieroptionen, die auch im Storefront sichtbar sind. Jede Sortierung hat eine Priorität. Je höher diese Zahl, desto weiter oben erscheint die Sortierung im Frontend und im Admin.
Neue Sortierung anlegen
Über die Schaltfläche „Neue Optionen hinzufügen" legen Sie eine neue Sortierung an. Vergeben Sie einen Namen, der im Storefront für Ihre Kunden verständlich ist. Zusätzlich hinterlegen Sie einen technischen Namen und aktivieren die Option.
Anschließend scrollen Sie weiter nach unten zu den Sortierkriterien. Shopware bietet zahlreiche Möglichkeiten: Erscheinungsdatum, Erstellungsdatum, Preis, Lagerbestand, Bewertungen oder verkaufte Einheiten. Besonders wirkungsvoll ist die Kombination mehrerer Kriterien, etwa verkaufte Einheiten und Lagerbestand.
Sortierkriterien richtig einstellen
Damit Topseller oben angezeigt werden, wählen Sie „Verkaufte Einheiten" und stellen die Sortierung auf absteigend. Produkte mit vielen Verkäufen stehen dann automatisch weiter oben. Dieses Kriterium erhält die Priorität 1.
Ein häufiges Muster bei Shops mit breitem Sortiment: Zusätzlich soll der Lagerbestand berücksichtigt werden. Produkte, die gut verfügbar sind, erscheinen ebenfalls weiter oben. Wählen Sie „Lagerbestand" und stellen Sie auch hier auf absteigend. So verhindern Sie, dass fast ausverkaufte Artikel prominent angezeigt werden.
Shopware war für diese Art der kombinierten Sortierung nicht explizit konzipiert, aber genau diese Kombination löst ein häufiges Problem im Kategorie-Management: Sie priorisieren gleichzeitig nach Nachfrage und Verfügbarkeit.
Damit haben Sie eine Sortierung definiert, die zuerst nach Verkäufen und danach nach Lagerbestand sortiert. Die beliebtesten und gleichzeitig gut verfügbaren Produkte erscheinen automatisch weiter vorn.
Sortierung testen und Prioritäten anpassen
Nach dem Speichern legen Sie die neue Sortierung als Standardsortierung fest. Navigieren Sie zurück in den Bereich Produkte und wählen Sie bei „Standardsortierung" Ihren neuen Eintrag aus. Anschließend speichern Sie erneut.
Damit die Sortierung im Frontend an oberster Stelle erscheint, passen Sie gegebenenfalls die allgemeine Priorität an. Steht sie in der Liste der Sortierungen nicht oben, vergeben Sie eine höhere Priorität, beispielsweise 5. Nach dem Speichern und Leeren des Caches ist die Sortierung im Shop aktiv.
Beim Laden einer Kategorie sehen Sie sofort die geänderte Reihenfolge: Produkte mit vielen Verkäufen stehen weiter oben als Produkte ohne Verkäufe. Falls das Ergebnis nicht den Erwartungen entspricht, lassen sich die Prioritäten der einzelnen Kriterien jederzeit nachjustieren.
Sortierung für alle Kategorien nutzen
Sobald die Sortierung als Standardsortierung festgelegt ist, greift sie automatisch in allen Shop-Kategorien. Shopware berücksichtigt dabei nur die Produkte, die in der jeweiligen Kategorie enthalten sind. Ein manuelles Eingreifen pro Kategorie ist nicht erforderlich. Die Sortierung arbeitet nach den definierten Kriterien und sorgt konsistent für eine optimierte Produktdarstellung.
Fazit
Eine eigene Sortierung in Shopware 6 stellt sicher, dass Ihre Kunden zuerst die Produkte sehen, die sich verkaufen und verfügbar sind. Die Kombination aus verkauften Einheiten und Lagerbestand ist eine bewährte Konfiguration, die sich direkt auf die Conversion auswirkt. Da Shopware diese Funktion nativ mitbringt, ist die Lösung update-sicher, wartungsarm und unabhängig von Drittanbieter-Plugins. Wer die Sortierung noch granularer steuern möchte, kann zusätzlich mit Zusatzfeldern arbeiten und so individuelle Geschäftslogiken abbilden.
Bei komplexen Sortierungsanforderungen oder der Frage, welche Kriterien-Kombination für Ihr Sortiment die beste Wirkung erzielt, unterstütze ich Sie gern.



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